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Leuchtturm mit überregionaler Strahlkraft
Föhren: Erster Batteriegroßspeicher mit netzbildenden Funktionen auf europäischem Festland

In der Gemeinde Föhren, einem kleinen Ortsteil der Stadt Schweich an der Mosel in der Nähe von Trier hat für Europas Energiewende ein neues Kapitel begonnen. Im Oktober 2025 ging das erste Batterie-Energiespeichersystem (BESS) mit netzbildenden Funktionen auf europäischem Festland in Betrieb. Mit ihm werden nicht länger nur, wie bei herkömmlichen Batteriespeichern, Lasten verschoben oder ausgeglichen. Das BESS kann Stabilitätsdienste für das Netz erbringen und damit Erlöse am Markt erzielen.
Der an den 17 MW Solarpark Schweich angeschlossene Batteriegroßspeicher in Föhren verfügt über 55 MWh Batteriespeicherkapazität und 21 MW Wechselrichterleistung. Er ist Auftakt einer neuen Ära von Batteriespeicher-Projekten für Europas künftiges Energiesystem und ist in der Lage, das lokale Verteilnetz zu stabilisieren sowie Spannung und Frequenz zu unterstützen. Darüber hinaus ist der Großspeicher schwarzstartfähig und kann das angeschlossene Umspannwerk nach einem lokalen Stromausausfall wieder zum Laufen bringen.
Wie können Batteriegroßspeicher (BESS) lokale Verteilnetze absichern?
Batteriegroßspeicher, wie der in Föhren, können mit Hilfe netzbildender Wechselrichter-Technologie und intelligenter Software netzstabilisierenden Funktionen erbringen (Grid Forming). Bislang haben ausschließlich die mit Synchrongeneratoren ausgestatteten konventionellen Großkraftwerke solche Stabilisierungsdienste erbracht. Doch künftig können Batteriegroßspeicher diese Aufgaben übernehmen, indem sie das Verhalten bisheriger Kraftwerke nachahmen. Damit verfügen sie zudem über Fähigkeiten, um den in Deutschland ab 2026 neu eingeführten Momentanreserve-Markt zu bedienen.
Für das Pionierprojekt Föhren stellte SMA sieben Medium Voltage Power Stations (MVPS) mit Sunny Central Storage UP-S Batterie-Wechselrichtern einschließlich SMA Power Plant Manager bereit. Ausgestattet mit diesen kann das BESS wichtige Netzdienste übernehmen und das lokale Stromnetz der Region absichern.
Der Batteriegroßspeicher Föhren erfüllt so drei zentrale Aufgaben, die für den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien im Energiesystem unverzichtbar sind und dafür sorgen, konventionelle Kraftwerke vollumfänglich zu ersetzen:
Lastenausgleich: Stromerzeugung und Stromverbrauch werden aufeinander abgestimmt und Stromnetze entlastet.
Systemdienste: Durch sie wird Netzstabilität erzeugt und können konventionelle Kraftwerke ersetzt werden.
Teilnahme am Strommarkt: Wodurch erneuerbare Energien effizienter genutzt und Preisschwankungen am Strommarkt stärker berücksichtigt werden, was neue Erlösquellen für BESS mit sich bringt.
Welche Bedeutung hat der Batteriegroßspeicher Föhren?
Das BESS in Föhren ist Teil des Forschungsprojektes „SUREVIVE“, das netzstabilisierende Funktionen von Batteriegroßspeichern mit dem Ziel, künftig fossile Kraftwerke zu ersetzen, untersucht. Der Name steht für „Stabilitäts-VersUche zur MomentanREserVe-ErbrIngung aus VErteilnetz-Anlagen“.
Das Pionierprojekt Föhren haben die vier Partner SCHOENERGIE, Westnetz GmbH, Universität Stuttgart und das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE auf den Weg gebracht, um die Ergebnisse auf weitere Batteriespeicher-Projekte zu übertragen und so eine breite Integration und Anwendung netzdienlicher Batteriespeicher in ganz Europa zu ermöglichen.
Auf einer abgesicherten Plattform und unter Einbindung modernster Messtechnik können Stresstests durchgeführt, Wechselwirkungen analysiert und stufenweise das Verhalten von Speichern ermittelt werden, um innovative Steuerungs- und Schutzkonzepte zu testen. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse helfen Netzbetreibern, Anlagenbetreibern und Regulierern bei der weiteren Entwicklung von Projekten und neuen Speicherlösungen mit netzbildenden Eigenschaften.
Ziele
Erbringen von Netzstabilisierungsfunktionen für das Stromnetz auf europäischem Festland
Erkenntnisse über das Zusammenspiel netzbildender Batteriespeicher-Lösungen gewinnen und auf weitere Projekte übertragen
Konventionelle Kraftwerke abschalten
Lösung
Lithium-Eisenphosphat Großbatteriespeicher mit netzbildender Wechselrichtertechnologie und intelligenter Steuerungssoftware angeschlossen an ein lokales Verteilnetzes und Solarpark
Forschungsprojekt unter Beteiligung verschiedener erfahrener Projektpartner
Ergebnisse
Lastenausgleich sowie Netzstabilisierungsdienste, wie Frequenz, Spannung, Schwarzstart oder Momentanreserve
stabile Energieversorgung ohne fossile Kraftwerksreserven
Teilnahme am Strommarkt und Übertragung der Ergebnisse auf weitere Projekte
Großspeicher können in verschiedenen Energiemärkten aktiv sein
Stromhandel, wenn kurzfristig Strommengen gehandelt werden. Hier speichert der Großspeicher Energie ein, wenn die Preise niedrig sind und aus, wenn die Nachfrage hoch ist.
Regelleistungsmarkt, um Energie zur Stabilisierung des Netzes sekundenschnell bereitzustellen und damit Frequenzabweichungen auszugleichen.
Redispatch-Markt, hier helfen Speicher Netzengpässe zu vermeiden, indem sie Strom lokal aufnehmen oder abgeben. So beugen sie Netzüberlastungen vor.
Eigenverbrauchs- oder Direktvermarktung bei Unternehmen, um Energie flexibel zu verbrauchen oder sie gezielt an Abnehmer zu verkaufen.
Die Märkte für Großspeicherlösungen befinden sich derzeit noch in der Entwicklung. Der politische Rahmen muss dafür neu gesetzt werden, da bestehende Marktmechanismen nicht auf innovative Großspeicher zugeschnitten sind. Eine entsprechende regulative Anpassung ermöglicht die Nutzung wirtschaftlicher Potenziale netzdienlicher Großspeicher und bestehender Flexibilitätsoptionen der Erneuerbaren.
Pilotprojekt SUREVIVE erforscht Momentanreserve für Europas Stromnetz
Durch die Erprobung innovativer Steuerungskonzepte in Feldtests sammeln die Forschungspartner unter realen Bedingungen Praxiserfahrung in lokalen Verteilnetzen. Ziel ist, Erkenntnisse über die lokale Systemstabilität und das Zusammenspiel mehrerer verteilter netzbildender Stromrichter zu gewinnen.
Denn Netzschwankungen werden bisher auf europäischem Festland durch die Einbindung großer Kraftwerke länderübergreifend ausgeglichen. In Ländern wie Australien oder Großbritannien wurden bereits Pilotprojekte zur Erzeugung von Netzstabilität mittels Batteriegroßspeicher und netzbildenden Wechselrichtern erfolgreich durchgeführt. Sie stellen hier bereits Momentanreserve bereit.
Nur unterscheidet sich das europäische Stromnetz auf dem Festland sowohl organisatorisch wie auch technisch deutlich von dem Großbritanniens oder Australiens. Daher braucht es Forschungsprojekte wie SUREVIVE, die Aufschluss über das Verhalten netzbildender Wechselrichter im europäischen Stromnetz geben.

Ein preisgekröntes Schlüsselprojekt für die Energiewende
Das Projekt Föhren ist ein Leuchtturm, der weit über seine Region hinausstrahlt. Es zeigt eindrücklich, wie intelligente Batteriespeicher mit netzbildender Technologie das Stromnetz stabilisieren – für eine sichere Energieversorgung auf Basis der Erneuerbaren.
Es ist ein Schlüsselprojekt für Europas Energiewende. Daher erhielt Projektinitiator SCHOENERGIE für das Projekt Föhren den pv magazine TOP Innovation Award 2025.
Ein weiteres Leuchtturmprojekt für die Energiewende
Bei Blackhillock in Schottland steht Europas größter Batteriespeicher zur Netzstabilisierung mit netzbildenden SMA Wechselrichtern.
Sunny Central Storage UP-S
Der SMA Batterie-Wechselrichter Sunny Central Storage UP-S verfügt über hervorragende Energieumwandlungseffizienz sowie innovative Grid-Forming-Fähigkeiten im Kraftwerkssegment. Er ist mit der SiC MOSFET-Technologie ausgestattet – einer Siliziumkarbid-Halbleitertechnik, die bei der Energieumwandlung minimale Verluste aufweist. Projektentwickler und Kraftwerksbetreiber profitieren von der Technologie, da sie eine höhere Rentabilität ermöglicht bei gleichzeitig gesunkenen Infrastruktur- und Wartungskosten.
Sunny Central Storage UP-S auf einen Blick
Der Sunny Central Storage UP-S ist schon heute für Anforderungen an künftige Energienetze gerüstet:
Bis zu 5.000 kVA Leistung
mit kurzfristiger Überlastfähigkeit zur dynamischen NetzstützungÜber 99% Wirkungsgrad
dank innovativer SiC MOSFET-Technologie (Siliziumkarbid-Metall-Oxid-Halbleiter-Feldeffekttransistor)Reduzierte Investitions-, Installations- und Wartungskosten
dank geringerer Anzahl WechselrichterOptimiertes Wärmemanagement mit OptiCool™
für reibungslosen Betrieb auch bei extremen TemperaturenSystemdienstleistungen wie Momentanreserve
für stabile Stromversorgung bei kritischen NetzstörungenReduzierte Oberschwingungswerte
für den Einsatz auch bei schwierigsten Netzbedingungen

Download
Laden Sie hier unsere Broschüre SMA Large Scale Energy Solution herunter.



